Vortrag: Stoffwechsel

Wir gehen heute eine Riesenthema an: Das Thema ist der „Stoffwechsel“.

Mein Einstieg in die Naturheilkunde (ich habe ursprünglich Germanistik studiert) war ein tolles Reformhaus mit einem tollen Typen, der sehr belesen war.

Eines Tages drückte er mir ein Büchlein in die Hand „Neue Erkenntnisse in der Naturheilkunde“. Der Autor war ein Amerikaner namens Horace Fletscher. Er wog 256 Kilo und konnte nur noch mit einem kleinen Kran ins Badezimmer gehieft werden. Ansonsten lag er in seinem Bett. Die Ärzte gaben ihm noch ein halbes Jahr. Dein Herz, Deine Leber, Deine Nieren sind verfettet- wenn Du einen Infekt bekommst, dann ist Schluss. Er hatte einen Freund, der ihn auf einen Naturheilkundearzt in Kanada aufmerksam machte. Fletcher ist zu ihm in die Praxis gegangen und bekam folgende „Anordnung“:

  1. Du musst Dich vegetarisch ernähren.
  2. Du musst Deinen Säure-Basen-Haushalt regulieren, in dem Du Kaffee, Zucker, Weißmehl meidest, sowie tierische Eiweiße und indem Du viel Gemüse isst.
  3. Kaue jeden Bissen 50-80 Mal.

Um es kurz zu machen: Nach einem Jahr ist er Radrennen gefahren und hatte einen gesunden Stoffwechsel.

Als ich mit meinem Studium begann, habe ich meinen Sport aufgegeben (Handball und Leichtathletik), habe in einem viertel Jahr 10 Kilo zugenommen und begonnen viel zu rauchen.

Doch nachdem ich dieses Büchlein gelesen hatte, war ich so fasziniert, dass ich sofort begonnen habe mich vegetarisch zu ernähren, aufgehört habe zu rauchen. Wieder ein viertel Jahr später hatte ich die 10 Kilo wieder unten. Jeden Morgen kurz nach 6 bin ich um den kleinen Stadtkern in Erlangen gejoggt. So war ich recht schnell wieder sehr fit.

Danach habe ich 1967 mit der Heilpraktiker Ausbildung begonnen und 1971 die Praxis hier in Freiburg eröffnet und hab dann mit ähnlichen Stoffwechsel-Themen angefangen. Damals haben fast alle gesagt: „Der spinnt“. Heute jedoch machen fast 80% mit, wenn, man so etwas empfiehlt. So haben sich die Zeiten geändert…

Soweit zur kurzen Einleitung, doch nun gehen wir mal weiter ins Detail:

Was ist Stoffwechsel?

Energiegewinnung ist das Ziel der des Stoffwechsels, und dazu müssen wir etwas aufnehmen, nämlich:

  • Eiweiß
  • Kohlehydrate
  • Fette
  • Sauerstoff
  • Mineralien
  • Vitamine
  • Spurenelemente

Die Funktionsstoffe sind manchmal fast wichtiger als Eiweiß, Fett und Kohlehydrate.

Das wichtigste ist die Umstellung auf eine gesunde, stoffwechselaktive Ernährung. Energiegewinnung ist Herstellung von ATP (wer sich noch an die Schule erinnert). Aber wo findet das denn statt?

In den Mitochondrien. Wir haben davon 1000-1500 pro Zelle und davon wiederum 70 Billionen! Die Mitochondrien sehen aus wie ein Heizkörper und wenn man die ausbügeln würde, dann hätte man eine Fläche von drei Fußballfeldern. Wenn wir das richtige zu uns nehmen, dann haben wir eine Energiegewinnung von 80-100%.

Wenn wir Fastfood essen, haben wir nur eine Energiegewinnnung von 8-20 % (es gibt ja einen wunderbaren Film: „ Supersize me“, als ein sportlicher Mann sich 4 Wochen lang nur von Fast Food ernährt hat). Das nennt man das Energiesparmodel. Was dabei geschieht, ist dass die Sauerstoffenergiegewinnung sich umdrehtund es gibt einen Gärungsstoffwechsel – eine Zuckergärung. Das ist der erste Schritt zur Krebsentstehung. Die Krebszelle funktioniert mit Zuckergärung. Doch das ist hier und heute nicht unser Thema.

Wenn man sich vernünftig ernährt, also eine gute Mischkost mit genügend Obst und Gemüse sowie gesundem Eiweiß und genügend Funktionsstoffen, dann hat man alles, was man braucht, außer man hätte ein zu viel an blockierenden Stoffen.

Wodurch wird diese Verbrennung reguliert? Durch anabole und katabole Hormone. Die Lehre vom Aufbau und dem Abbau (Verbrennung). Wenn der Stoffwechsel blockiert ist, was bei ca. 40% der Menschen der Fall ist, dann betrifft das zu 80% die Verbrennung (Gewichtsabnahme) und bei 20% die Zunahme blockiert. Im ersten Fall ist es Stress, im zweiten durch Schock ausgelöst.

Im Idealfall sind die Phasen von Aktion und Ruhe ausgeglichen, Heute hat sich das Verhältnis „zugunsten“ der Aktionen, des Stresses, der Anspannung verlagert und die Phasen von Entspannung und Ruhe kommen viel zu kurz. Das ist ein Grund, warum auch die Hormone unausgeglichen sind. Zum Beispiel kommt es zu einer sog. Insulinresistenz. Insulin bewirkt die Freisetzung von Energie. Vor mehr als 10000 Jahren, zu den Zeiten der Jäger und Sammler, wurde nach dem Essen die Energie sofort wieder benötigt, um zu überleben. Heute sitzen wir nach dem Essen am Computer… Wir haben weder Kampf, noch Flucht, noch körperliche Leistung. Jetzt hat das Insulin aber die Aufgabe, die Zellen zu öffnen für die Verbrennung. Die Zelle öffnet sich für die Nahrung und wird jedoch nicht verbrannt. In der Zelle setzt sich Fett an.

Die Zelle setzt Fett an. Das geht eine Zeit lang gut. Aber dann geschieht folgendes ab einem bestimmten Moment: Dann sagen die Zell-Rezeptoren „Das Boot ist voll, wir können nicht mehr“ und fallen ab. Wenn wir essen und das Insulin anklopft, reagiert die Zelle nicht mehr. Das Insulin bleibt im Blut. Solange wir Insulin im Blut haben, kann es keine Gewichtsabnahme und keine Regeneration geben und das ist dann die Insulinresistenz.

Ich habe Patientinnen, aber auch einige Patienten, die sagen: „Wenn Sie wüssten, was ich esse! Morgens eine Tasse Kaffee, vielleicht ein Brötchen, Mittags eigentlich gar nichts, vielleicht ein bisschen Obst und abends Salat, aber ich nehme nicht ab.“ Früher habe ich gedacht, ja erzähl mir was anderes. Heute weiß ich, dass es stimmt. Der Grund ist die ungenügende Verbrennung in den Zellen aufgrund einer Störung im Hormongleichgewicht.

Es gibt Substanzen, die blockieren unsere Hormone, weil sie hormonähnlich sind. Und wir haben tagtäglich damit zu tun. z.B. die Weichmacher, selbst im Bioladen, wo auch vieles eingeschweißt ist in Plastik. Würden wir eine Woche lang darauf verzichten, würden wir 30% weniger Weichmacher im Urin ausscheiden.

Was ist denn nun noch notwendig für einen guten Stoffwechsel?

Zwei Dinge müssen erwähnt werden: Das eine ist eine gesunde Verdauung:

Vergessen Sie die ganzen Wunder- und Heilmittel und fangen Sie ganz einfach an, indem Sie gut kauen.

Wir haben alle eine Magenerweiterung. Wenn wir das einen Monat praktizieren mit dem Kauen, können wir keinen Brocken mehr schlucken, weil der Schlund kleiner und dünner wird. Sie können nur noch gut gekautes essen.

Der Magen bekommt wieder Kraft, weil er kein schlaffer Sack mehr ist.

Außerdem wird mehr Magensäure produziert. Es gibt einen Test, ob man genügend Magensäure hat oder nicht. Wenn die richtig fließt, dann fließen auch alle andere Säfte, wie der Bauchspeicheldrüsensaft.

Danach kommt der Darm. Und Sie wissen sicher aus den Medien, wie wichtig die Darmbakterien sind für den Stoffwechsel und die Gewichtsregulierung.

Das Problem sind aber auch die Gewohnheiten, welche im unterbewussten Gehirnteil sind. Das kann umprogrammiert werden durch 180 mal wiederholen (beim Essen).

Wir kommen jetzt zum Stress. Stress verschiebt die Hormone. Aktionshormone sind Adrenalin (immer auf Abruf), Cortison, Thyroxin Die Ruhehormone, die nachts fließen, sind Melatonin, Wachstumshormon STH sowie DHEA

Die Gesundheitspyramide, die Stoffwechsel und Hormone günstig beeinflussen: Das erste ist die Bewegung: 5 Minuten Trampolin am Morgen und Abend genügen bereits.

Danach Trinken – das richtige und genügend. Ohne trinken gibt es keine Entgiftung. Die Menge hängt vom Körpergewicht ab sowie der Jahreszeit.

Danach kommt Gemüse.

Danach die guten Eiweiße.

Danach Obst.

Danach die Milchprodukte und zum Schluss das Süße.

Wo bekommen die Veganer ihr Eiweiss her?

Faustregel:

1 gr / Kg Gewicht / Tag, aufgeteilt in 3 Mahlzeiten

also:

70 Kilo = 65gr ./. 3 = 21,7gr pro Mahlzeit

Ernährungswissenschaftler haben den menschlichen Proteinbedarf offenbar lange Zeit unterschätzt. Der Grund dafür sind ungenaue Messverfahren, die in der Vergangenheit eingesetzt wurden.

Zuverlässiger, aber weniger gebräuchlich ist offenbar die sogenannte „Indicator Amino Acid Oxidation“, kurz IAAO. Dieser Messmethode zufolge liegt der tatsächliche Tagesbedarf eines Menschen mit 0,93 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht deutlich über der auch von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Menge von 0,8 Gramm.

Quelle:

Emily Arentson-Lantz et al.: Protein: A nutrient in focus, Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 10.1139/apnm-2014-0530, 22 July 2015


Pflanzliche Proteinquellen – Hülsenfrüchte

Frischware – Eiweißgehalt pro 100 g:

  • grüne Bohnen – 2 g
  • Erbsen – 7 g
  • Kichererbsen – 8 g
  • Sojabohnen, Edamame1 – 11 g
  • Kidney-Bohnen – 22 g
  • Linsen – 24 g
  • Konserve – Eiweißgehalt pro 100 g (abgetropft):
  • grüne Bohnen – 2 g
  • Erbsen – 4 g
  • Kidney-Bohnen – 6 g
  • Linsen – 6 g
  • Kichererbsen – 7 g
  • Sojabohnen1 – 8 g
  • Weiße Bohnen – 9 g
  • Erdnüsse – 25 g

Verarbeitete Sojaprodukte:

  • Sojamilch1 – 3 g
  • Sojajoghurt1 – 4 g
  • Tofu1 – 16 g

Pflanzliche Eiweißquellen – Getreide

Eiweißgehalt pro 100 g (ungekocht):

  • Reis – 7 g
  • Buchweizen1 – 9 g
  • Amaranth – 13 g
  • Haferflocken – 13 g
  • Quinoa1 – 14 g

Pflanzliche Eiweißquellen – Nüsse und Samen

Eiweißgehalt pro 100 g:

  • Haselnüsse – 12 g
  • Walnüsse – 14 g
  • Paranüsse – 14 g
  • Chia Samen1– 16 g
  • Mandeln – 19 g
  • Sonnenblumenkerne – 22 g
  • Pinienkerne – 24 g
  • Leinsamen – 24 g
  • Kürbiskerne – 24 g
  • Hanf Samen1 – 37 g
  • Lupinen - 18 g

Achtung: Nüsse enthalten viele (gesunde) Fette und sind daher sehr energiereich. Wenn „Abnehmen“ für Dich ein Thema ist, solltest Du mit der Menge aufpassen!

Pflanzliche Proteinquellen – Gemüse

Eiweißgehalt pro 100 g:

  • Tomate – 1 g
  • Karotten – 1 g
  • Aubergine – 1 g
  • Zucchini – 2 g
  • Blumenkohl – 2 g
  • Süßkartoffeln – 2 g
  • Kartoffeln – 2 g
  • Pfifferlinge – 2 g
  • Yamswurzel – 2 g
  • Broccoli – 3 g
  • Champignons – 3 g
  • Spinat – 3 g
  • Spirulina – 57 g (aber bitte mal durchrechnen: eine Spiralinatablette wiegt meistens 500 mg, um eine Mahlzeit mit Eiweiß zu ersetzen müssten Sie also 42 Tabletten einnehmen. Empfohlen werden aber nur 3-6 Tabletten pro Mahlzeit. Ich meine also dass das nur eine Ergänzung sein kann und keineswegs eine ausgewogene Ernährung ersetzen kann.

Green Smoothies:

Rudolf Steiner hat gesagt: Wenn unsere Verdauung gesund wäre, könnten wir aus den grünen Blätter das Protein verwerten. Ein Smoothie-Mixer mit einer Umdrehung von 30000 U/min ist ideal dafür.

Green Smoothies sind wegen ihres Vitalstoff Reichtum auf jeden Fall „In“, enthalten aber keine nennenswerten Proteinmengen und sollten deshalb mit hochwertigen Eiweißkonzentrat aufgepeppt werden.

Gesund & Aktiv

Lothar Usinus (Hamburg) hat das Gesund-und Aktiv-Stoffwechselprogramm entwickelt, welches die Lebensmittel entsprechend dieser Verteilung und in Abhängigkeit von den individuellen Blutwerten sowie der Blutgruppe für jeden einzelnen bestimmt.

Das mache ich seit 15 Jahren und es ist eine wunderbare Sache. Mittlerweile profitieren auch Vegetarier von dem Programm.

Meditation

Ein weiterer Punkt, den ich dazu füge zu dieser Pyramide ist die Meditation, die Stress reduziert. Jedoch nicht die Pflichtmeditation (ich muss jetzt)


Ich biete dieses „Gesund & Aktiv“ Programm (gesund & aktiv) für 298,- in meiner Praxis an. Eine Blutabnahme ist dafür erforderlich.


  1. = vollständige Proteine  2 3 4 5 6 7 8 9

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